| Verkehr rollt über die Westumfahrung | 09.08.2008 |
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Die Entlastung West in Solothurn ist am Freitag, nach rund dreijähriger Bauzeit, dem Verkehr übergeben worden. Gleichzeitig wird am Nachmittag die Wengibrücke in der Stadt Solothurn für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. |
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Mit der Eröffnung der Entlastung West seien aber noch nicht alle Bauarbeiten abgeschlossen. Insbesondere im Bereich der Gibelin- und Segetzstrasse werden noch Werkleitungen und Strassenkörper beendet oder neu erstellt. Auch an anderen – für den Benutzer kaum sichtbaren – Orten müssen noch Fertigstellungsarbeiten erledigt werden. Laut Bauherrschaft sollte der Grossteil dieser Arbeiten im Herbst abgeschlossen werden.
Die weissen Strassenmarkierungen auf der Westtangente in Solothurn leuchten auf dem schwarzen Bodenbelag. Es ist Freitag kurz vor 8 Uhr. Bisher hat noch kein Fahrzeug die Westumfahrung passiert. Trotzdem halten sich die meisten Menschen, die an diesem Morgen über die noch unbefahrene Strasse schlendern, aus Gewohnheit an den Strassenrand. Es scheint ungewohnt, mitten auf der Strasse zu gehen. Vor dem Rednerpult auf der Weststadtbrücke bleiben sie stehen: Es sind Vertreter aus Politik und Behörden, Delegierte der beteiligten Ingenieur- und Bauunternehmen, Fotografen und Journalisten.
Dank an die Stimmbevölkerung
René Suter, Kantonsingenieur und Gesamtprojektleiter «Solothurn Entlastung West», begrüsst die Anwesenden und bittet Walter Straumann, Regierungsrat und Vorsteher des Bau- und Justizdepartementes, für den historischen Augenblick ans Rednerpult. Am 8.08.08, acht Sekunden nach 8.08 Uhr beginnt Straumann seine Eröffnungsrede. Ein «markanter Meilenstein und ein starkes Ereignis» sei sie, die Eröffnung der Westumfahrung Solothurn. Die Vorgeschichte allein, die weit in das letzte Jahrhundert zurückgehe, sei ein eindrückliches Kapitel. Auf diese würde er jedoch nicht eingehen. Schliesslich heisse es schon bei Wilhelm Tell: «Schau vorwärts Walter und nicht hinter dich.» Unter Gelächter fügt Straumann an: «Ganz ohne Blick in den Rückspiegel komme aber auch ich nicht aus.» Und so beginnt er im Jahre 2002 und bedankt sich bei den Stimmbürgern der Stadt und der Region Solothurn, die damals vor sechs Jahren mit ihrem Ja an der Urne doch noch und gar mit grosser Mehrheit die Finanzierung der Westumfahrung möglich machten. Der Oltner blickt nach vorn und verspricht im Namen der Regierung zukünftig flankierende Verkehrsmassnahmen verständlicher zu erklären, damit sie von allen Verkehrsteilnehmern verstanden würden. Dies sei in der Vergangenheit nicht zu allen Zeiten gelungen.
Weniger Durchgangsverkehr
Durch die Westumfahrung erhoffe man sich weniger Durchgangsverkehr und somit eine Steigerung der Lebensqualität in der Vorstadt, sagt Kurt Fluri, Stadtpräsident Solothurn und Nationalrat, in seiner Rede und fügt an: «Zudem wird das Gebiet im Obach endlich erschlossen.» Der regionale Verkehr zwischen Leberberg und Wasseramt solle nicht mehr durch die Stadt fliessen, sondern den Weg über die Westumfahrung nehmen. Der Verkehr werde künftig flüssiger rollen. Dies sei auch umweltpolitisch zu begrüssen. Gespannt sei man nun darauf, wie sich ab Montag mit dem Ferienende die Verkehrsflüsse in der Region neu orientieren werden. «Sicher wird es da und dort noch gewisse Korrekturen brauchen.» Generell aber könne man heute glücklich festhalten, dass das über 60-jährige Erarbeiten dieses Projekts seinen Abschluss gefunden habe.
Keine einfache Aufgabe
«Wir sind dankbar, dass der Kanton Solothurn die Realisierung dieser Baute vorangetrieben hat, denn damit ist unsere A5 im Bereich der Stadt Solothurn auch auf lange Sicht nachhaltig», betont Jürg Röthlisberger, Vizedirektor Bundesamt für Strassen (ASTRA), an der Feier. Grossen Respekt und Dank gebühre den beauftragten Planern, Ingenieuren und Bauunternehmungen. Diese hätten durch hochkomplexe Projekte wie die Realisierung des Tunnels Gibelin, die Konstruktion der neuen Aarebrücke und speziellen Baugrundverhältnissen keine einfache Aufgabe gehabt. Mit der Inbetriebnahme der Westumfahrung wünscht Röthlisberger sich: «Dass der einsetzende Verkehr so unfallfrei bleibt, wie die Erstellung war.»
Nach den Festsprachen und dem Zerschneiden des rotweissen Solothurner Bandes durch Walter Straumann und Kurt Fluri werden von der Vorstädter Bruderschaft «Sanctae Margarithae» elf Böllerschüsse abgegeben. «Für uns Vorstädter ist heute ein sehr wichtiger Tag», freut sich Obmann Claude Tschanz. «Durch die Westumfahrung erhöht sich unsere Lebensqualität.»
Uebersicht
Kommentare
| Es gibt auch Verlierer | von Unbekannt 09.08.2008 |
| Für unsere Familie ist die Eröffnung der Westtangente eine Katastrophe. Unsere Lebensqualität verschlechtert sich drastisch. Es bleibt uns nichts anderes übrig als wegzuziehen. Alles, was die Stadt selbst nicht haben will, wird in die Weststadt verlagert: Angefangen vom Stadtmist bis jetzt zum Verkehr. Uns reichts! | |
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