SolothurnWest


News zum Projekt "WEITBLICK"


Offizielle Mitwirkung Weitblick lanciert

An einem Info-Abend hat die Stadt Solothurn ihre Pläne vorgestellt und lädt nun die Bevölkerung zur Mitwirkung ein. Bis 20. August können sich also Anwohnerinnen und Anwohner dazu äussern.

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Seit die Stadt per Urnenentscheid 17,5 Hektaren Land westlich der Westumfahrung erworben hat, gewinnt die Planung Weitblick an Bedeutung. Nun hat das Stadtbauamt mit einem Info-Abend die offizielle Mitwirkung lanciert.

Zuerst der Monolog, dann der Dialog: Stadtplaner Daniel Laubscher packte vor 40 Anwohnern in der Brühl-Aula noch einmal alles Wissenswerte zur Planung Weitblick aus. Diese umfasst neben den er- wähnten 17,5 noch 2 Hektaren östlich der Westumfahrung, vorläufig ausgespart bleiben als Reservezone 6 Hektaren im Besitz der Alphons Glutz-Blotzheim AG. «Wir stehen mit der Firma in Verhandlungen», mehr liess sich Laubscher auf eine Anwohneranfrage nicht entlocken.

Die auf einem städtebaulichen Wettbewerb basierende Planung sieht gemäss Laubscher eine klare Strukturierung durch so genannte Sichtachsen in Richtung West-Ost vor. «Diese Sichtlücken, die den Blick auf dominierende Altstadt- bauten wie St. Ursen oder die reformierte Stadtkirche frei halten, dürfen nicht zugebaut werden und bleiben von den geplanten Bepflanzungen ausgespart.» Dieser Begrünung schenkt «Weitblick» grosse Beachtung, sei es durch eine doppelte Baumallee entlang der Westumfahrung, sei es durch den geplanten «Segetzhain», einen breiten Park im Bereich der heutigen Segetzstrasse. Auch die Fuss- und Radwege werden vorgegeben, und die Erschliessungsstrassen sollen von Anfang an «Tempo-30-tauglich» sein, wie der Stadtplaner auf eine spätere Frage aus der Runde erklärte. Neben dem Langsamverkehr wird dem öffentlichen Verkehr grösste Beachtung geschenkt. So soll schon 2014 die neue SBB-Haltestelle Brühl-Ost bei der Fussgänger- und Velounterführung Allmendstrasse existieren, ausgerüstet mit 150 Veloparkplätzen und vom Sonnenpark her mit dem Bus und einer Wendeschlaufe erschlossen. 

Das «Filetstück» zwischen der SBB-Bahnlinie und dem Grabacker wird von der Planung klar gegliedert: Im Norden, entlang der Bahn, sei verdichtetes Bauen für Wohnungen vorgesehen, südlich davon bis zum «Segetzhain» dreigeschossiges Wohnen mit Attika. Eine Sonderrolle ist für das bestehende Bauernhaus, den «Henze-Hof» angedacht: Er könnte zum Quartierzentrum umgenutzt werden.

Das Areal im Süden soll als öffentliche Zone aus- geschieden werden – Daniel Laubscher zeichnete die Vision einer «Allmend», die gelegentlich für öffentliche Veranstaltungen wie Zirkusse und Ähnliches genutzt wer- den könnte. Was prompt auf grosse Skepsis bei gewissen Anwohnern stiess, die einen «Rummel» auf der «Allmend» befürchteten oder gar die Parkierung bei Fussballspielen. Laubscher dagegen befand eine öffentliche Nutzung an dieser Stelle «befruchtend», sei doch eine reine Wohnzone «nicht interessant». Südlich des «Segetzhains» ist eine gemischte Wohn-und Arbeitszone geplant, unterschiedlich gewichtet nach Lärmempfindlichkeit. «Wichtig ist für die Stadt, dass wir nur ganze Baufelder an Interessenten abgeben, und so die Entwicklung steuern können», umriss Laubscher die Verkaufsstrategie. So sehe «Weitblick» im Planungsgebiet keine publikumsintensive Anlage wie ein Einkaufscenter vor. Was aber trotzdem eine Verkehrsdebatte vor allem um die Kapazität der heute schon überlasteten Westumfahrung in der Aula auslöste. Dass die ganze Planung sehr langfristig aus- gelegt ist, bewies auch der zweite Diskussionspunkt: die Entsorgung der Altlasten im «Weitblick»-Gebiet, aber noch vielmehr weiter westlich, wo die Wasserstadt entstehen soll. «Für beide Stadtmistgebiete ist vom Bund die Entsorgung noch nicht verfügt worden. Wir sind dran, aber das könnte noch ein wenig länger dauern», erklärte Laubscher.

Planungsunterlagen und Fragebogen sind auf dem Stadtbauamt oder im Infocenter City West erhältlich. Letzteres ist am Mittwoch von 17 bis 19 und am Freitag von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Abrufbar sind die Unterlagen auch auf www.stadt-solothurn.ch  WOLFGANG WAGMANN

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