| Neue Aussichten mit «Weitblick» | 07.04.2008 |
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Westlich und östlich der Westumfahrung soll in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Im Touringhaus wurde im Rahmen des Architekturforums die Stoss-richtung des Planungswettbewerbs und des Siegerprojekts «Weitblick» aufgezeigt.(HELMUTH ZIPPERLEN) |
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Vor knapp einem Jahr hatte die Stadt Solothurn das Projekt «Weitblick» zum Sieger des zuvor durchgeführten offenen Planungswettbewerbs für das Gebiet Obach/Mutten/Ober- und Unterdorf erkoren. Manuel Scholl von agps, architecture Zürich, und Benedikt Graf von Graf Stampfli Jenni Architekten Solothurn, stellten das Projekt in einem Gespräch am Salvisbergtisch vor. Dem Planungsteam gehörten ferner an Gadient, Landschaftsarchitektur Zürich; Enz und Partner, Verkehrsplaner Zürich; Zeugin Gölker, Immobilienstrategien Zürich, und Wanner, Geologie Solothurn. Vertreter dieser Firmen mischten sich unter das zahlreich erschienene Publikum. Der Projektname darf als doppeldeutig bezeichnet werden. Zum einen ist es der freie, weite Blick nach Westen, zum anderen jedoch die zeitliche Realisierung des Projektes, das erst langfristig und generationenübergreifend zum Tragen kommt. «Es braucht nicht nur Weitblick, sondern auch einen langen Schnauf», lautet das Fazit von Manuel Scholl.
Die Zukunft grüsst die Vergangenheit
Bevor dieses Gebiet urbar gemacht wurde, war es eine typische Auenlandschaft. Eines der augenfälligsten Elemente des Projekts sind deshalb die Anlage von Alleen auf der Nord-Süd-Achse. Diese sollten bewusst aus gemischten Baumbeständen bestehen, um an den einstigen Auencharakter zu erinnern. Die für die Begrünung vorgesehenen Bäume längs der Westtangente dürften dabei den ersten realisierten Teil bilden. Denn die Projektverfasser konnten beim Kanton erwirken, dass die Bepflanzung in ihrem Sinne erfolgt. Die Wegführung in west-östlicher Richtung ist so gestaltet, dass in der Ferne jeweils markante Gebäude der Altstadt, wie der St.-Ursen-Turm oder der Krumme Turm sichtbar werden. Sie soll damit ein integrierender Teil der Anbindung der West- zur Kernstadt werden. Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung von Solothurn wohnt in der Weststadt, die räumlich stark getrennt von der Altstadt ist. In der Diskussion wurde von Jost Hartmann darauf hingewiesen, dass dieses Ziel aber nur erreicht werden kann, wenn die Fussgängerunterführungen beim jetzigen Westbahnhof attraktiver und publikumsfreundlicher werden.
Scholl hatte Verständnis für dieses Argument, doch liegen diese Unterführungen ausserhalb des zu projektierenden Gebietes. Eine weitere Stimme aus dem Publikum fragte nach den Grundeigentümern. Es handle sich lediglich um zwei Besitzer (Glutz AG und Erbengemeinschaft Kofmehl), beide seien von Anfang an in die Projektierung einbezogen worden.
Das dauert noch Jahrzehnte
Das Planungsteam steckt in der Endphase zu einem Masterplan. Dieser ist ein rein internes Arbeitsinstrument, das die Projekteingabe evaluiert. Anschliessend kann ein eigentlicher Zonenplan aufgelegt werden, der von den politischen Instanzen gutzuheissen ist. Die Bevölkerungsprognosen für Solothurn sind nicht besonders optimistisch, sodass mit einer etappierten, sich über Jahrzehnte hinziehenden Realisierung gerechnet werden muss. Den Projektverfassern indessen liegt daran, dass möglichst bald der Segetzhain dicht bepflanzt werden kann. Später kann er ausgedünnt und zu einem eigentlichen Baumpark mit Auenbäumen werden. Da wegen des Grundwassers gepfählt werden muss, sind viergeschossige Wohnbauten vorgesehen, um die Investitionen zu rechtfertigen.
Vermutlich werden entlang der Westtangente in der südlichen Hälfte des Gebietes erste Gewerbebauten entstehen, während Wohnbauten im nördlichen Bereich vorgesehen sind. Mit «Weitblick» ist ein Projekt ins Rollen gebracht worden, das die Stadt noch einige Zeit beschäftigen wird.
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